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Neu Erscheinung



Das Neue Buch "Die Teufelsburg" von Matthias Schmitt, 310 Seiten und 60 Bildern ist auf dem Markt.

Preis: 30.00 €

Erhältlich: Bei Matthias Schmitt, Felsberg Metzerstr. 186, Telf. 06837/521

Weitere Verkaufsstellen

In Saarlouis, Kaufhaus Pieper, Bücherei am großen Markt, Postgebäude.
In Überherrn: RS Papeterie e.K. Hauptstraße 76,
Reise Franzen GmbH, Alleestraße 11,
in Altforweiler: Friseursalon Meilgen / Diwo, Saarlouiser Str. 58.
In Felsberg: Friseursalon Christine, Metzerstraße. 136

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Zum Tempelritter geschlagen

Matthias Schmitt (78) aus Felsberg ist seit Juni 2006 Ritter im Ritterorden des Tempels zu Jerusalem, (OSMTH, Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymitani). Die Investitur fand in der Liebfrauen-Basilika zu Trier statt, wo die Komturei Saarlouis St. Oranna das Konzil, die diesjährige Tagung des Großpriorats Deutschland ausrichtete. Neben Schmitt sind auch andere in den Ritterstand erhoben worden, wie Rosemarie und Bernhard Ladwein aus Altforweiler
Schmitt war vor anderthalb Jahren in Mettlach als Knappe aufgenommen worden, nachdem er ein Jahr zuvor zu der Gemeinschaft stieß, in der er inzwischen Schatzmeister ist. Der Komturei Saarlouis gehören derzeit 12 Ritter an, davon acht aus der Gemeinde Überherrn, außerdem mehrere Knappen. Man hat auch noch ein Ehrenmitglied in Österreich.
Im Saarland gibt es außerdem die Komturei St. Wendel, in Deutschland insgesamt 14 Komtureien und einige Ordenshäuser. Der deutschen Ordensprovinz steht zurzeit Großprior Joe Labonde vor. Im OSMTH kann man übrigens auch mitwirken ohne dass man Ritter wird, es gibt außerdem eine Gemeinschaft der Förderer. Dennoch, der Ritterschlag ist die eigentliche Ordensaufnahme.
Die Komturei Saarlouis, die zur Zeit Edith Schwarz-Schmitting aus Berus führt, unterstützt seit einiger Zeit das Alten- und Pflegeheim St. Nikolaus in Wallerfangen und richtet dazu jährlich mehrere Veranstaltungen aus. In den Siebzigern vom Fraulauterner Zahnarzt Kurt Odenthal gegründet, war die Komturei St. Oranna die Urzelle des deutschen Großpriorats in seiner jetzigen Organisationsform, über das man sich unter www.osmthgermany.de weiter informieren kann. Arnold Steffen aus Berus, nach dem Zahnarzt dann zweiter Komtur in Saarlouis, schied beim Konzil vor vier Jahren aus gesundheitlichen Gründen aus dem Amt des deutschen Großpriors aus. Steffen war vor vielen Jahren Templerritter geworden, bei seiner Investitur in Köln war der damalige melkitische Erzbischof von Jerusalem anwesend.

Wenn man, wie gerade durch eine Zeitungsmeldung verleitet, googelnd im Internet surft, stößt man auf unterschiedliche Homepages. Da gibt es unter anderem die Seite des Kölner Generalsekretariats eines deutschen OMCTH-Großpriorats mit vier eigenen Komtureien und zwei Ordenshäusern, eines davon in St. Bernhard in Speyer, wo man am Aufbau einer weiteren Komturei arbeitet. Man erfährt auf dieser Homepage etwas über die engere kirchliche Bindung, wozu gehört, dass Gregorios III., der griechisch-katholisch-melkitische Patriarch von Antiochien, auf diesem Bischofsstuhl 138. Nachfolger des Apostels Petrus, nun geistlicher Protektor des ökumenischen Ordens ist.
Auf der anderen Deutschland-Seite des OSMTH kann man nachlesen, dass dieser mit seinen weltweit 5000 Mitgliedern die einzige Templerorganisation ist, die von den Vereinten Nationen (UNO) als Non Govermental Organisation (NGO) anerkannt ist und auch offizielle Beraterfunktion hat. Der OSMTH International ist Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich neu gegründet worden.

OSMTH und OMCTH lassen sich zumindest teilweise in der Tradition des historischen Templerordens betrachten. Also kein Wunder, dass man sich auf den seriösen Internetseiten distanziert von dem durch „Sakrileg“ ausgelösten Medienrummel. In den Ordensregeln ist ja nicht umsonst ausdrücklich formuliert, dass die Ritter bei ihrem gesellschaftlichen Engagement auch Bescheidenheit auszeichnen soll, abgesehen davon, dass Roman und Film weit an der geschichtlichen Realität vorbei gehen. Viele vergessen halt, wenn es um kirchliche Bereiche geht auch besonders gern, dass Fiktion eben Fiktion ist.

Tempelritter, Tempelherren, Templer – im Internet spiegelt sich eine verwirrende Vielfalt, auch mehrfach der Vermerk, dass man sich nicht von Freimaurern vereinnahmen lässt, wie dies wohl versucht wurde. Und nicht jeder Templer darf offiziell gekleidet bei anderen Templern auftreten, er oder sie müssen erst bei ihrer Gemeinschaft die Erlaubnis dazu einholen. In den meisten Satzungen ist ausdrücklich die kirchliche Gebundenheit hervorgehoben, wird esoterisches Gedankengut abgelehnt. Manches „Gewächs“ ruft tatsächlich Kopfschütteln hervor.

Festzuhalten bleibt: Nicht jeder Templer von heute steht in der historischen Tradition des einst so mächtigen und dann dem damaligen französischen König zum Gefallen von der Kirche verfolgten Ordens. Napoleon hat den heutigen Templern einige der im 14. Jahrhundert geraubten Rechte zurückgegeben. Die Kirchen nehmen oft noch eine zurückhaltende Position ein, es soll Bischöfe geben, die Investituren in ihren Kirchengemeinden offiziell untersagen. Die angestrebte kirchliche Anerkennung steht jedenfalls noch aus, wozu hier oder dort vielleicht auch interreligiöse Fragen beitragen, die das Amtsverständnis vom Laien-Engagement begleiten.

Zu den vielen Assoziationen, die sich an die Templer binden, gehört natürlich auch das, was mehr oder weniger fundiert über die literarische Gralslegende hinausreicht. Auch darüber wurden dicke Bücher geschrieben. Auf einer Homepage wird die Lektüre eines bestimmten Werkes eigens empfohlen.

Zurück nach Felsberg: Ritter Matthias Schmitt macht kein besonderes Aufheben von seiner Zugehörigkeit zu den Tempelrittern, getreu dem Ordensmotto. ("NON NOBIS, DOMINE, NON NOBIS, SED NOMINI TUO DA GLORIAM" - Nicht uns, Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen sei die Ehre.)

Der Dorfschreiber wird den 78jährigen noch an anderer Stelle mit seinen weiteren Verdiensten erwähnen. Denn noch fehlen einige Seiten zum Buch, an dem der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins Teufelsburg seit drei Jahren arbeitet und das derzeit mehr als 500 Seiten mit Felsberger Burg- und Dorf-Geschichte umfassen könnte. In diesem für meine eigene Homepage geplanten Porträt, das sich dann auch im „staia dorfschreiwer seinem notizbuch“ wiederfinden wird, komme ich mit Sicherheit noch einmal auf den neuen Tempelritter zurück.